Hörproben und Tondokumente
Thomas Mann war nicht nur ein Mann des geschriebenen, sondern auch des gesprochenen Wortes. Erleben Sie hier Original-Tondokumente bekannter Reden sowie Radioübertragungen von und über Thomas Mann.
 
Worte an die Jugend (1927) 
„Ihr habt es schwer“, beginnt Thomas Mann diese Rede an die Jugend. Jedes so genannte Talent habe es schwer. Thomas Mann stellt seine Erfahrungen im Ringen um Erkenntnis und Form in den Kontext seiner Generation, die den ersten Weltkrieg zu durchleben hatte. Geblieben seien die Anforderungen von Problematik und Form in einer von totalitären Gefahren bedrohten Welt. Ebendeshalb sollte es eine Allianz der Intellektuellen aller Couleur geben, um die Werte des Pluralismus zu sichern.
Nationalsozialismus als Rausch 
1949 sprach Thomas Mann als Träger des Goethepreises in der Frankfurter Paulskirche. Diese Rede zu deutscher Tradition und Gegenwart ist eine seiner bekanntesten. In ihr versucht Mann dem deutschen Publikum seinen Standpunkt zu Emigration und Nationalsozialismus begreiflich zu machen. Zuvor war er öffentlich angefeindet worden. In diesem Redeausschnitt erläutert Thomas Mann, wie der Rausch des Nationalsozialismus sein Verhältnis zu Deutschland vergiftet hat.
Aberkennung der Ehrendoktorwürde 
Im Jahr 1936 wurde Thomas Mann zweifach aus Deutschland ausgebürgert – als Staatsbürger und als Ehrendoktor der Universität Bonn. Letzteres nahm er zum Anlass, sich über das Radio den Deutschen zu bekennen. Er sah sich als in deutscher Geistestradition aufgehoben und wurde ihr Repräsentant. In diesem Redeausschnitt reklamiert Mann, schon frühzeitig die Gefahren des Nationalsozialismus erkannt zu haben, im Jahr 1933 habe er dann beredt geschwiegen. Er rechtfertigt sich dafür, dass seine Bücher auch im ‚Dritten Reich’ lieferbar blieben, er suchte den Kontakt zum Publikum. Thomas Mann bekannte sich selbstbewusst zur deutschen Kultur, nicht trotz, sondern wegen der nationalsozialistischen Pervertierung.
Bekenntnis zu den USA 
In dieser kurzen Ansprache räumt Thomas Mann alle Zweifel gegenüber seinem Gastland USA aus, das seine Heimat werden sollte. Der mutige Einsatz zur Rettung der Welt imponierte Mann, der hier ein eindrucksvolles Bekenntnis in englischer Sprache abgibt.
Thomas Mann über Friedrich Nietzsche 
Faszination und innere Verwandtschaft verbanden Thomas Mann mit Friedrich Nietzsche, zum „Einsiedler von Sils Maria“. In diesem Redefragment schildert er sein Verhältnis als eine Mischung von Ehrfurcht und Erbarmen, als tragisches Mitleid mit Nietzsche. Tragisch, weil der Philosoph letztlich an den Gaben seines Denkens zerbrach.
Nobelpreis 1929 
Nur eine halbe Minute im Leben Thomas Manns dokumentiert dieser Radiobericht. In diesen Sekunden vollzieht der Schwedische König die Verleihung des Literaturnobelpreises an Thomas Mann im Jahr 1929. Erleben Sie diesen historischen Moment wie seinerzeit hunderttausende Hörer an den Radiogeräten!